Ode an die Polaroid
Polaroids. Sind großartig, leider selten, bei ebay sehr begehrt, darum teuer, total farbenverrückt, immer einzigartig, direkt direkter geht nüscht, romantisch halt.

Ich mag Polaroids. Nachdem ich just vor Kurzem auf einem Flohmarkt in Köln Nippes für fünf Euro eine alte Polaroid Land Camera 1000 erstanden habe, bin ich verzweifelt auf der Suche nach einer “richtigen” Kamera von Polaroid, also eine die mit sowas wie Belichtungsautomatik und Autofokus aufwarten kann.

Leider verfügt meine Fünf-Euro-Plastik-Polaroid nicht über solche Eigenschaften und hinterlässt mich immer mit zweigeteilter Meinung wenn ich ein Sofortbild gemacht habe.

Schließlich sind die Filme nicht gerade günstig: Umgerechnet kostet ein Bild etwas mehr als einen Euro, zumindest zu den Preisen wie ich Polaroid-Filme beziehen kann.

Zweigeteilt ist meine Meinung, weil ich einerseits froh bin, ein unmittelbar fertiges Bild in Händen halten zu dürfen und andererseits etwas traurig, dass nicht eine gescheite Mechanik den Film belichtet hat.

Was Polaroid ist

Polaroid ist an und für sich erstmal ein Unternehmen. Dieses gibt es auch heute noch und man kann sich auf der Polaroid-Seite über die derzeitigen Produkte informieren. Berühmt geworden ist das Unternehmen durch Sofortbild-Kameras. Der Begriff Polaroid steht als Synonym für Sofortbild, auch wenn das Unternehmen unter anderem Digital-Kameras und Camcorder herstellt. Interessant ist diese Digitalkamera die auch direkt druckt, quasi eine digitale Sofortbildkamera :D

Ein Blick durch die Polaroid auf die WM 2010

Um nicht einfach sinnlos die teuren Sofortbilder zu verballern, habe ich mir als Serie überlegt bei der diesjährigen WM mit meinem Schatz zu fotografieren. Die Land Camera war somit fester Bestandteil bei allen Fußball-Schau-Events.

Hier die gesammelten Ergebnisse: (klick aufs bild, erzählt dir mehr)

Torjubel-Fangewimmel – Enstanden inmitten des deutschen Fanpulks auf der Straße des 17. Juni in Richtung Siegessäule beim 2. Tor von Deutschland gegen Argentinien

Schön, oder? – Seltsame Blüten wie diesen Kopfschmuck hat die WM mal wieder in unsere Blickweite gespült. Aber bei Temperaturen um 36° war ich zwar heiß aber nich auf so nen Hut :D
Köln – Sujee am Rathenauplatz in der Neustadt-Süd. Da warn wir auf dem Weg zum Public-Viewing-Kiosk. Gefühlt: Ein Fernseher mit Bierbank und Kühltruhe.
Laufende Fahnen – 2010 in Berlin, Deutschland. Schwarz-Rot-Gold hat es in die Welt der Bekleidung geschafft und ist auch bei Fußball-Fachsimplern gut gediegen.
3:1 – Nach einem kurz dämpfenden Gegentor, wurden dann die Steaks doch ordentlich eingedampft. Das umherfliegende Bier auf der Fanmeile kam einem zwischenzeitlich auch wie Dampf vor.
Baumsehen – Schön an dieser Fernseh-Konstruktion war der völlig betrunkene Fan, der mittendrin meinte, er müsste eine Deutschlandfahne daran befestigen, hat dann nach gefühlt 10 Minuten Davorstehen auch geklappt – wir haben applaudiert ob soviel Patriotismus :D
Toooor! – Das große Tor zur immer wieder aufbrandenden Fanmeile bei ebendessen Namensvettern.
Fahnenhandgemenge – Zufällig am schicksalhaften Spieltag für Italien gegen die Slowakei fotografiert. Die unterschiedlichen Größen der Fahnen hätten mir ein Zeichen sein sollen.
Wem gehört der Fiat?! – Das kleine Finale. Das erste Fußballspiel, das ich fast komplett im Radio verfolgt habe. Fands großartig :D Zwischendurch hat der Livestream auf dem Laptop ein Einzelbild beigesteuert.

SX-70 Was is das denn?

Bei dieser Bezeichnung handelt es sich um die Art Film, mit der man meine besagte 5-Euro-Polaroid-Kamera bestücken muss. Der SX-70-Film ist soweit ich weiß einer der ursprünglichsten Sofort-Bild-Filme.

Richtig entwickeln die Bilder nicht durch Wackeln, sondern durch Wärme. Wenn man also ein Sofortbild macht, einfach in die Hosentasche stecken oder in die Sonne legen und 5 Minuten warten.

Interessant ist auch die Funktionsweise des Films, die das typische Aussehen von Polaroid-Bildern erklärt. Der weiße Teil der sich unter dem Bild befindet, enthält die Chemikalien, die das belichtete Bild erzeugen. Sie werden von der Kamera von unten nach oben ins Bild gedrückt.

Besonders an diesem Film ist, dass man ihn manipulieren kann, während bzw. kurz nachdem er entwickelt. Viele gute Beispiele gibt es beim Flickr-Nutzer SX70Manipulator.

Berlin in meiner Wohnung
Aufgehangen Abgehangen Subber
Berlin in meiner Wohnung

Warum Polaroid, das doch voll schlechte Qualität und so?!

Es ist mal ganz angenehm nicht mit der neuesten Technik, der fettesten Auflösung, hellstem Blitz, zehn Versuchen und jeder Menge nachträglichem Photoshop zu knipsen. Es ist soz. ein Statement gegen den Megapixel-Ultrahigh-Iso-Steadyshot-Ultraschall-Sensor-Reinigungs-Hype. Eine Rückbesinnung auf das Wesentliche.

Zum Beispiel, wenn man ein Bild gemacht hat:

Das Sofort-Bild kann man direkt in die Hand nehmen und rumreichen, ohne die Kamera aus der Hand zu geben. Dann is da noch die Spannung wie das Bild überhaupt wird und das Teilen mit den Fotografierten. Viele Faktoren die es zu einem Spaß machen so zu knipsen. Klar geht das auch mit einer Digicam irgendwie und es gibt auch von Polaroid Digitalkameras die drucken, aber so ein Nostalgie-Faktor und eine gewisse Verblüfftheit, dass das überhaupt funktioniert ohne Drucker, Display etc. spielt ja auch mit.

Marian hat mich nebenbei bemerkt ziemlich heiß auf eine Mamiya mit Polaroid-Rückteil gemacht, auch wenn er das bestimmt nicht beabsichtigt hat. Aber das wird womöglich mein nächstes Schätzchen :D


Created: 18. Juli in 2010

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By: Simon Theis

Hammer.


Comments:


  1. hrhr – die “polaroid image elite irgendwas” is auf dem weg :D doppelbelichtung, größter sofortbildintegralfilm (oderso) demnächst also mehr aus der Polaroid-Belichtungskammer :D


  2. Wenn jemand weiß, wo ich günstig ne mamiya oder ne gute polaroid herbekomme, tell me :D


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